Die singende Harfe

RS_Die-singende-Harfe_w600_h437“Ach, liebster Emerich, du singst so schön und zupfst aus den Saiten deines Leibes Klänge hervor, die mir durch und durch gehen. Eine Musik der Liebe schwingt in uns gemeinsam.

Nun bin ich satt davon und will jetzt aufstehen. Ich muss mal, weißt du! Aber wenn ich mich von meinem Platz erhebe, dann kippst du doch um, liegst flach auf dem Boden und kannst dich nicht alleine aufrichten.

Ganz so wie ich dich vorfand, elend und verlassen von dieser mageren, romantischen Ziege, die dich vor mir besessen hatte. Deine Lieder hat sie mitgenommen und ist dann fort in die Lüfte entschwebt.

Eigentlich will ich ja nicht so treulos an dir handeln. Aber ich muss jetzt dringend!

Soll ich wieder kommen und dich dann aufrichten? Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ist ja wirklich schön mit dir, aber immer nur Liebesgesang? Hast ja sechs Saiten, bist aber doch sehr einseitig.

Das reicht mir nicht auf die Dauer.

Also, lebe wohl ! Ich halte es jetzt nicht mehr länger aus.”

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Alle Rechte: RS

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