Das Leben – ein Traum

RS_Das-Leben-ein-Traum_w600_h415Ein Tag wird der letzte sein. Von diesem überrascht zu werden, kann dann bitter sein. Was hätten wir noch gerne getan, gesehen, erlebt. Was hätten wir noch gerne geordnet, geregelt, wiedergutgemacht. Nach unserem traditionellen Glauben ist mit dem Ende des Lebens nur noch ein hohes Gericht zu erwarten. Für diejenigen. die nicht annehmen möchten, dass mit dem Gerichtsurteil alles vorbei sein soll, gibt es einen anderen Glauben … nach dem sie wieder Neues tun, sehen, erleben dürfen, nach dem sie ordnen, regeln und wiedergutmachen könnten.

“Ich habe mich leider etwas verspätet. Wann kommt der nächste Zug?”

“Tut mir leid, Sie unpünklicher Trödler. Das war der letzte an diesem Tag.”

“Was soll das heißen? Es ist doch noch nicht aller Tage Abend.”

“Für Sie schon. Für Sie gibt es nur noch die Nacht. In der müssen Sie von nun an bleiben.”

“Ich muss aber fort von hier, zur nächsten Stadt. Dort hat man mir eine gute Stellung und angenehmes Unterkommen versprochen. Es ist alles schon bestellt.”

“Ach, und mit dem armseligen Gepäck wollen Sie so eine rosige Zukunftsreise antreten?”

“Was geht Sie das an! Und außerdem, gerade mein armseliges Gepäck müsste Ihnen doch sagen, wie nötig ich die nächste Stadt erreichen muss, damit es mir besser gehen soll. Also, was ist, wann kommt der nächste Zug?”

“Ich sagte Ihnen doch, dass hier der letzte Zug bereits abgefahren ist.”

“Gut, dann gehe ich eben und suche mir einen anderen Bahnhof.”

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Alle Rechte: RS

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